Noch keinen guten Vorsatz für 2018?


Angesichts der beängstigenden Vermüllung unserer Weltmeere sollte sich einjeder Fragen, kann diese tickende Zeitbombe überhaupt noch entschärft werden? Und was kann jeder von uns sofort tun, um diese kommende Katastrophe ungeahnten Ausmaßes zumindest etwas zu verzögern? Eine besondere Belastung für unsere Umwelt ist der Plastikmüll!

"Pro Minute wird ungefähr die Menge eines Müllautos ins Meer gekippt"

Vor einiger Zeit hatte ich bereits auf Facebook (My Nature Guide) einen alarmierenden Artikel über die riesigen schwimmenden Müllberge in unseren Meeren gepostet. Die Ausmaße sind wahrlich gigantisch! Nochmal zur Erinnerung: Jährlich kommen rund 8 bis 10 Millionen Tonnen Müll hinzu und der schwimmende Müll würde zusammen die Fläche eines Kontinents ergeben! Das wirklich fatale ist der Plastikmüll. Benötigt eine einfache Blechdose schon ungefähr 50 Jahre bis sie abgebaut ist, so sind es bei einer Plastikflasche bis zu 450 Jahre! Doch danach ist die Plastikflasche keineswegs verrottet, sondern sie hat sich lediglich in immer kleinere Bestandteile zerlegt, bis sie zu Mikroplastikpartikeln zerfällt. Mit anderen Worten: Plastik wird NIE komplett in der Natur abgebaut!

Unsere Natur dient als Müllhalde:

"650.000 Tonnen Müll landen jährlich in der Natur!"

Jetzt könnte man sich natürlich ganz entspannt zurücklehnen und sagen: "Bei uns landet kein Plastikmüll in die Umwelt. Dafür haben wir doch extra den gelben Sack!" Doch ist dem tatsächlich so und können wir uns auf unser umständliches Recycling-System verlassen? Jährlich produziert jeder von uns durchschnittlich etwa 450 Kilogramm Müll. Das sind rund 37 Mio. Tonnen pro Jahr. Leider gibt es keine 100%ig verlässlichen Studien darüber wieviel Müll jährlich trotz Mülltrennung einfach in der Natur "entsorgt" wird. Trotzdem gelang es mir anhand unterschiedlicher Quellen zumindest eine ungefähre Zahl zu ermitteln. Demnach werden pro Jahr rund 650.000 Tonnen einfach in unsere Natur weggeworfen! Auch unsere oft gefeierte Mülltrennung und das komplizierte Pfandsystem können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieses Recycling-System nur teilweise seinen umweltfreundlichen Zweck erfüllt. Denn das Sortieren und Aufbereiten von Kunststoffmüll ist aufwendig und teuer. Ein nicht unerheblicher Anteil landet daher in Müllverbrennungsanlagen zur energetischen Verwertung. Nur ungefähr die Hälfte des Kunststoff-Wertstoffmaterials wird wiederverwertet. Besonders Einweg PET-Flaschen gelangen nach China, wo die PET-Flaschen kleingeschreddert und eingeschmolzen werden. Aus der Masse fertigen chinesische Fabriken entweder Polyesterfäden für die Textilindustrie, aber auch wieder neue Einweg-Plastikflaschen!

Kreislauf: "Mikroplastik in unserer Nahrung und im Trinkwasser nachgewiesen!"

Erschwert wird die Situation noch durch zusätzliches Mikroplastik in vielen Kosmetikartikeln, die als mechanische Hilfsmittel in Form von winzigen Kügelchen für eine gründlichere Körperhygiene verwendet werden wie zum Beispiel in Peelings, Zahncremes, Duschgels, Shampoos, Lippenstifte, Make-ups, etc. Diese Substanzen sind in den Kläranlagen weder abbaubar noch können diese Partikel vollständig herausgefiltert werden. Als Klärschlamm gelangen sie dann auch noch als Dünger auf die Felder und können so ungehindert ins Grundwasser versickern. Das Ergebnis: Wir bekommen quasi als Retourkutsche die Plastikkrümelchen irgendwann wieder auf unseren Tisch! Mikroplastik wird mittlerweile in Honig, Fisch, Meeresfrüchten, Milch, Mineralwasser und Bier nachgewiesen. Zusätzliche Gefahr droht dadurch, dass an den teilweise mikroskopischen Plastikteilchen wunderbar andere Schadstoffe, wie Pestizide andocken können. Leider reagieren die Hersteller nur sehr zögerlich oder ersetzen die Substanzen durch andere umweltschädliche Stoffe bzw. sind aufgrund ihrer Bezeichnungen nicht eindeutig als Mikroplastik zu identifizieren. Wer mehr über das Thema Mikroplastik in Kosmetikprodukten erfahren möchte, der kann sich gerne diese Studie dazu mal genauer durchlesen.

"Jedes Jahr werden riesige Flächen an Urwald zugunsten des Ölpalmenanbaus unwiederbringlich zerstört!"

Nun stellt sich natürlich auch die Frage, was kann man dagegen tun? Als nützliches Instrument hat sich eine App "Codecheck" erwiesen, die man sich auf sein Smartphone runterladen kann. Mit dieser App lassen sich dann die Barcodes vieler Produkte einscannen und man erhält anschließend eine umfassende Übersicht aller Inhaltstoffe sowie Informationen, ob die Inhaltsoffe unbedenklich, bedenklich oder gar sehr bedenklich sind. U. a. wird auch Mikroplastik angezeigt. Doch Codecheck wird von einigen Lebensmittelchemikern der Konzerne scharf kritisiert. Die gewonnenen Produktinfos würden den Verbraucher mehr irritieren als ihm helfen. So wird beispielsweise auch Palmöl als bedenklicher Inhaltsstoff von Codecheck angezeigt. Verbaucher könnten nun denken, dass Palmöl gesundheitsschädlich sei,

so der Vorwurf der Kritiker dieser App. Meine persönliche Meinung: Palmöl als bedenklich einzustufen halte ich für völlig gerechtfertigt! Denn der Anbau von Ölpalmen zur Gewinnung von Palmöl zerstört den Urwald! Jedes Jahr fallen riesige Flächen Urwald durch illegale Brandrodungen unwiederbringlich als Fläche für riesige Ölpalmen-Monokulturen zum Opfer. Diese massiven Lebensraumzerstörungen haben für die dortige Flora und Fauna ein katastrophales Ausmaß erreicht! Nicht weniger bedenklich sind die Auswirkungen für unsere Gesundheit durch den hohen Anteil von Glycidol im Palmöl. Diese Substanz steht unter Verdacht Krebs auszulösen. Ausführliche Informationen zum Thema Palmöl findet Ihr HIER

Kann ich als einzelner dagegen etwas tun? Antwort: "Ja, verändert Euer Konsumverhalten!"

Die Lebensmittelindustrie in unserer kapitalistischen Konsumgesellschaft lässt sich meist nur widerwillig auf kostspielige, dafür aber umweltschonendere Herstellungsverfahren und Produkte ein. Daher ist eher davon auszugehen, so lange sich die Nachfrage der Verbraucher nach solchen Produkten nicht gravierend verändert, wird sich auch von der Lebensmittelindustrie nichts verändern! Was kann ich als Verbraucher dagegen tun? Mein persönlicher Tipp: Verändert Euer Kaufverhalten und kauft bewusster ein! Wir haben in unserem Haushalt konsequent sämtlich Produkte mit sehr bedenklichen Inhaltsstoffen entfernt! In den Badregalen ist nun wieder richtig viel Platz. Es gibt genügend biologisch und gesundheitlich besser verträgliche Produkte. Auch kaufen wir kaum noch Dinge im Discounter. Regionale Bio-Höfe und entsprechende saisonale Waren bestimmen nun unsere

Einkäufe. Die Milch und Eier kommen direkt vom Erzeuger, das Brot von einem Biobäcker und das Gemüse sowie andere Lebensmittel stammen von einem Bio-Hofgut in unserer Nähe. Natürlich ist es deutlich bequemer in den nahegelegenen Discounter zu fahren und dort die in Plastik eingeschweißte Salami, Joghurt in Plastikbechern oder eingeschweißtes Fleisch in sperrigen Plastikverpackungen für wenig Geld zu kaufen. Doch die Umstellung wird schnell als Normalität empfunden und den qualitativen Unterschied merkt man auch später beim fertigen Essen am Geschmack! Viele vermuten jetzt, dass solche regionalen Bioprodukte doch verdammt ins Geld gehen müssen. Nein, dass ist nicht der Fall! Wenn man bewusster einkauft, dann kauft man auch nicht mehr so viel unsinniges Zeug. Fleisch gibt es nicht mehr jeden Tag und im Kühlschrank vergammelt so gut wie nichts mehr. Mittlerweile haben wir festgestellt, dass wir sogar weniger Geld ausgeben als vorher. Und noch ein postiver Effekt ist eingetreten: Wir produzieren deutlich weniger Müll als vorher, weil viele unnötigen Verpackungen einfach wegfallen. Deutlich ließ sich das an den gelben Säcken feststellen. Waren es sonst in vier Wochen durchschnittlich etwa drei Säcke, sind es jetzt nur noch ein bis eineinhalb Säcke im gleichen Zeitraum. Also eine Reduzierung von gut 50%! Ich möchte Euch mit diesem Artikel etwas Mut machen und motivieren. Vielleicht wagt der ein oder andere von Euch auch diesen Schritt oder probiert es mal probeweise für einen gewissen Zeitraum aus. Zumindest wäre es doch tatsächlich mal ein guter Vorsatz für das Neue Jahr oder?!

#Plastikmüll #Mikroplastik #Umweltschutz #Plastikflaschen #Mülltrennung #Müllvermeidung

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